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Der Discofox?

Discofox ging aus dem Foxtrott hervor, als um 1973 frei improvisierende Discotänzer zur Tanzhaltung zurückkehrten und den klassischen Foxtrott um Elemente aus Swing, Boogie-Woogie und Two-Step bereicherten. Dabei entstand in den USA der Hustle (auch Hussle), in Europa der Discofox, der 1979 in das Welttanzprogramm aufgenommen wurde. Erste Turniere wurden Ende der 1980er Jahre in der Schweiz ausgetragen; dabei manifestierte sich die Bezeichnung Disco Swing, als mehr und mehr Elemente aus anderen Tänzen wie Rock ’n’ Roll, Boogie Woogie, Swing, Mambo, Salsa und Cha Cha Cha in den Discofox integriert wurden. 1992 fand die erste Discofox-Weltmeisterschaft in Basel statt, organisiert wurde sie von der International Dance Organization. Erst acht Jahre später folgte die zweite Weltmeisterschaft in Miami, seitdem jedoch werden Europa- und Weltmeisterschaften jährlich durchgeführt.

Der lange Weg zum Disco-Fox...

... ein kurzer Blick in die Vergangenheit:

Getanzt wurde schon in der Steinzeit, jedoch tanzten Frauen und Männer ausschließlich mit ihresgleichen. Der Paartanz entstand vor ca. 5.000 Jahren durch die Vermischung der Frauen- und Männerkreise beim “Reigen”. Im Mittelalter (12. Jh.) entwickelten sich neben den derben Volks- und Bauerntänzen die ruhigen Schreittänze des Adels. Während der Renaissance (15. Jh.) vermischten sich die Formen des Volkstanzes und des Gesellschaftstanzes. Im 16./17. Jh. gab es immer mehr Tanzfeste und Bälle und damit verbunden die ersten Tanzlehrer. Ludwig XIV. gründete 1661 die erste Tanzakademie. Während der Industrialisierung (ab 1840) entstanden neue Tanzformen mit enger Tanzhaltung. Die heutigen Gesellschaftstänze entwickelten sich um die Jahrhundertwende. Aus den Zwanzigerjahren kennen wir den “Charleston” und den “Swing”, aus den Vierzigerjahren den “Boogie-Woogie”, aus den Mitfünfzigerjahren den “Mambo” und den Rock ’n’ Roll und aus den Sechzigerjahren den “Beat”. Und dann war es soweit ...

... Mitte der 70er Jahre – nach der Zeit des SoloDisco – suchten Tanzende nach Formen, die sich paarweise zur Disco-Musik tanzen ließen. Es bildeten sich die so genannten “Touch-Dances” (Berührungstänze), bei denen moderne Bewegungsformen entwickelt wurden. In den lateinamerikanischen Vierteln von New York City entstand der “Hustle” (amerik. schieben, drängen, stoßen) und bezeichnet Discotanzen in Paarhaltung mit Doppelhandhaltung und mehr oder weniger Körperkontakt. Der Hustle machte schnell einen Siegeszug durch die Discotheken und wurde berühmt durch den Film "Saturday Night Fever" mit John Travolta.

In Deutschland und Österreich ist der Hustle unter dem Namen “Disco-Fox” bekannt, in der Schweiz unter “Disco-Swing” und im englischsprachigem Raum unter “Disco-Hustle”.

Der Disco-Fox ist ein Tanz, der an den alten Swing bzw. den Schieber der vierziger Jahre erinnert und mit den Figuren der Hustlearten vermischt wurde. Der Disco-Fox erfreut sich seit einigen Jahren wieder großer Beliebtheit. Wahrscheinlich hat ihn jeder schon einmal in irgendeiner Form getanzt. Für das Erlernen des Disco-Foxes sind keine wesentlichen Vorkenntnisse erforderlich, auch eine gute körperliche Kondition ist am Anfang nicht notwendig.

Es gibt zwei Arten von Disco-Fox: Eine sehr einfache Form für "Normal-Verbraucher" und eine zweite Form mit vielen Platzwechseln, Unterarmdrehungen (rechts und links für Dame und Herr) und Wickelfiguren (z.B. Brezel, Körbchen, Knoten). Die "einfache" Form ist nichts anderes als ein sehr stark vereinfachter und dadurch leichterer, aber verkümmerter Foxtrott. Er kann von jedem mit relativ wenig Übung nach den heutigen Disco-Rhythmen auf kleinstem Raum getanzt werden. Die zweite Form ist etwas anspruchsvoller, abwechslungsreicher, aber auch etwas schwieriger und setzt schon einige Tanzkenntnisse voraus. Beide Arten sind heute von der Tanzfläche nicht mehr wegzudenken. Tanzhaltungen und Fußtechniken variieren oft, da viele verschiedene Tanzfiguren getanzt werden. Dank des relativ einfachen 3er-Grundschrittes "lang, lang, lang” bzw. 4er-Grundschrittes “lang, schnell, schnell, lang" kann der Disco-Fox innerhalb kurzer Zeit erlernt und grundsätzlich zu jedem Musik-Stück im 4/4-Takt getanzt werden. Darunter fällt die moderne Pop-Musik, aber auch Schlager oder Oldies in jeweils englischer oder deutscher Sprache.

Vor einigen Jahren hat sich der Disco-Fox zu einer Turnier-Tanzsportart entwickelt. Turniere finden national und international statt. Hier sind die internationalen Unterschiede deutlich sichtbar. Während sich in Deutschland die Wickelfiguren zur großen Beliebtheit entwickelt haben, stehen in der Schweiz Breaks und Posen im Vordergrund. Daneben werden in den höheren Klassen Tanzfolgen erarbeitet, die sich den Phrasen und Breaks des ausgewählten Musikstückes anpassen.

Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben und Sie sich ein näheres Bild vom Disco-Fox machen wollen, dann schauen Sie sich doch einfach mal unseren » Trainingsplan an.

Neben dem Gruppen-Training der Mitglieder wird zweimal im Jahr (nach Karneval und dem Stadtfest im September) ein » Anfängertraining angeboten, bei dem keine Vorkenntnisse erforderlich sind.

Technik

Der Discofox ist eine Fusion vieler verschiedener Elemente aus anderen Tänzen, weshalb er keine eigenen technischen Elemente entwickelt sondern aus denen anderer Tänze besteht. So kombiniert er die aus dem Foxtrott abgeleiteten Schrittmuster mit der klassischen Tanzhaltung, der Improvisationsfreiheit des Swing, den Drehtechniken der lateinamerikanischen Tänze, den Wickelfiguren der Salsa und den akrobatischen Figuren des Rock ’n’ Roll und Boogie Woogie.

Rhythmus und Musik

Der Discofox basiert auf dem 4/4-Takt, wobei jedoch der Takt nicht als ganzes, sondern die Beats (engl. Taktschläge) einzeln gezählt werden. Im Discofox und dem eng verwandten amerikanischen Three Count Hustle umfasst ein Grundschritt drei Schläge, in anderen Stilrichtungen wie z. B. dem New York Hustle vier Schläge. Während im klassischen Discofox ein 3er-Schritt verwendet wird, d. h. auf drei Schläge fallen auch drei Schritte, wird im Three Count Hustle und dem Discofox nach Vorbild des Hustle ein 4er-Schritt verwendet, d. h. auf drei Schläge fallen vier Schritte: